Geschichte

Vorgeschichte der Gründung

Der Wunsch nach turnerischer Betätigung vieler Frauen und Töchter war in Villmergen schon lange lebendig. Als grosses Hindernis galt immer wieder das Fehlen eines geeigneten Uebungslokals. Als sich dann aber der Bau einer schönen Turnhalle mitten im Dorf seinem Ende näherte, verlangte auch der alte Gedanke seine Verwirklichung. Von behördlicher Seite wurde sogar bemerkt, dass man die Gründung eines Damenturnvereins begrüssen würde.

 Die Gelegenheit war da und sie wurde am Schopfe gepackt. Von Anfang an war man sich bewusst, dass man etwas vorsichtig zu Werke gehen musste. Unabhängig voneinander wurden zwei Listen erstellt, die sich beim Vergleich als fast völlig übereinstimmend erwiesen. Jedes Mädchen mit gutem Ruf sollte willkommen sein. Das war der Leitsatz! Die Zirkulare gingen auf die Post, fanden überraschte Leserinnen und sie kamen alle! Dies war ein Erfolg und der Beweis zugleich, dass der zu gründende DTV ein Bedürfnis war.

Gründung, erste Turnstunde

(1940) Am 3. November versammelten sich im Rösslisaal 19 erwartungsvolle Villmergerinnen. Sie hoben den DTV Villmergen aus der Taufe und beschlossen einen monatlichen Beitrag von 30 Rappen. Unter der Leitung von Frl. Anna Schenker fand bereits am 11. November die erste Turnstunde statt. Anwesend waren 28 Mitglieder.

Hindernisse

(1943) Bereits im Dezember erwachte der Wunsch, eine Turnerinnen-Vorstellung durchzuführen. Dafür vorgesehen war der Chilbi-Sonntag im September. Am 25. September 1944 fand eine Vorstandssitzung statt mit einem einzigen Traktandum: die gefährdete Turnerinnen-Vorstellung. Der Seelsorger von Villmergen hatte sich gegen die öffentliche Vorführung ausgesprochen und den Turnerinnen als Katholiken jegliches Schauturnen in einem Schreiben verboten. Er forderte sie auf, Gehorsam zu leisten, ansonsten er gezwungen wäre die Satzungen eines bischöflichen Erlasses von 1935 von der Kanzel zu verlesen. Die Durchführung der Vorstellung wurde auf bessere Zeiten verschoben.

Streifzug durch die Protokolle

(1942) An der Generalversammlung beschloss man eine Werbestunde durchzuführen. Dazu sollen Freunde und Bekannte eingeladen werden. „Wir wollen auch einmal unsern Mann stellen und zeigen, wie wichtig Frauenturnen ist. In dieser bewegten Zeit braucht unsere Heimat nicht nur starke Männer, sondern ebenso starke Frauen und Töchter.“
Durch die Verdunkelungsmassnahmen vom 9. November musste leider der Turnbetrieb eingestellt werden. Auch die Werbeturnstunde, die gerade auf diesen Tag angesetzt war, musste ausfallen.

 (1944) Der Damenturnverein hat den Wunsch, mit dem Turnverein zusammen eine Vorstellung durchzuführen, die Hälfte des Programm zu bestreiten und den Gewinn zu teilen. Die wohlbekannten Schwierigkeiten Damenturnverein-Pfarramt könnten damit überbrückt und der Frieden im Dorf gewahrt werden.

(1945) Eine heikle Angelegenheit haben wir nun vor uns. Der Vorstand sowie die Leitung muss neu bestellt werden. Die Präsidentin Frau Wunderli, ebenso die Leiterin Frl. Schenker sowie die Aktuarin Margrit Isenegger legen ihr Amt nieder. Alle drei übernehmen den Posten einer Ehefrau.

(1955) Eidg. Turnfest Zürich. Am Abend kehrten wir frohgelaunt und in guter Stimmung mit einem Kranz ins heimatliche Dorf zurück.

(1960) An der Generalversammlung beschliesst man, nur auswärtige Turnerinnen in den DTV aufzunehmen, wenn diese keinen eigenen Damenturnverein im Dorf haben.
Zum ersten Mal Postillion d’Amour. Um ca. 21.00 Uhr konnte Paul Humbel die Begrüssungsworte an eine grosse Menge richten, denn der Ochsensaal war ganz besetzt und es mussten sogar noch Gartenstühle herbeigebracht werden. Die Freude bei uns war wirklich gross, die Postillions hatten alle Hände voll zu tun.

(1962) Spieltag in Sarmenstorf. Es war ein sehr heisser Tag. Zurück, mussten wir doch noch unser letztes Dürstchen in Villmergen löschen. Sogar unser „Herr Humbel“ zog das holde Bier seinem Teeli vor.

(1963) Eidg. Turnfest in Luzern. Klatschnass führten wir unsere Uebungen vor. Mehr als nass verliessen wir den Rasen, wobei wir bei jedem Schritt bis zu den Knöcheln versanken.

(1970) Jubiläumsfeier und 30 Jahre Damenturnverein Villmergen. 19 Gründerinnen und 1 Gründer, der auch den DTV 23 Jahre mustergültig geleitet hat, waren dieser Einladung gefolgt.

(1972) 24 Turnerinnen nahmen am Eidg. Turnfest in Aarau teil. In einheitlicher Gewandung, sogar mit Hut, fanden wir überall grossen Anklang.

(1975) An der Generalversammlung wird beschlossen, dass nach 25 Jahren Vereinsmitgliedschaft nur diejenigen die Ehrenmitgliedschaft erhalten, die diese 25 Jahre aktiv mitgemacht haben. Die anderen erhalten die Freimitgliedschaft

(1987) Seit der Generalversammlung verzichtet der Vorstand auf ein Löffeli für seine Arbeit und geht dafür gemeinsam essen.

(1990) Der DTV ist 50 Jahre alt. Mit der Durchführung des Kreisspieltages in Villmergen erwirtschaftet sich der Verein einen Teil der Finanzen fürs Jubiläum. Im gleichen Jahr findet eine Turnervorstellung statt und die Jubiläumsfeier wird im Saal des Rest. Rössli begangen. Eingeladen wurden alle ehemaligen Mitglieder. Und viele kamen und beglückwünschten den DTV zu seinem Geburtstag.

(1997) An der Generalversammlung kam man nun endgültig von der pauschalen Leiterinnenentschädigung weg. Neu wird mit einem Stundenansatz entschädigt und die Leiterinnen erhalten entsprechend ihrer Ausbildung eine Pauschale. Diese Regelung gilt für alle Riegen des DTV.

Mit ein paar "Schmützlis" fing es an

(1972) Am Eidg. Turnfest in Aarau erwachte der Wunsch nach einer Vereinsfahne. Heimgekehrt, traf sich die gesamte Turnerschar im Hotel Ochsen. Eine überaus aktive Turnerin setzte den Startschuss für eine originelle Sammlung. Ihre Devise war: pro Schmützli einen Franken. Die verlangte Gage wurde bereitwillig bezahlt und am Ende des Abends lagen mehr als 100 Franken im Sammelhut. Das Unternehmen liess man nun eine Zeitlang ruhen. An der GV 1975 überbrachte Ernst Zimmermann die freudige Nachricht, dass er dem DTV eine Vereinsfahne spende.

Die verschiedenen Riegen

  • 1973 Gründung des Muki-Turnens durch Frieda Brugger
  • 1986 Gründung der Mittwochabteilung, der Abteilung Frauen 
  • 1990 Uebernahme der Mädchenriege vom Frauenturnverein. Diese besteht seit 1972 (Gründerin: Doris Notter)
  • 1991 Gründung der Mädchenriege Unterstufe 
  • 1992 Seit August findet jeweils einmal im Monat, am Samstag, das Vaki-Turnen statt (Gründerin: Brigitte Burkard) 
  • 1993 Gründung des Kinderturnens durch Maya Friedli 
  • 1996 Gründung Geräteturnen für Mädchen durch Maya Friedli 
  • 1999 Tanja Schmid und Roger Keusch gründen die Leichtathletik-Riege für Jungen und Mädchen 
  • 2000 Gründung der Mädchenriege Mittelstufe: die Mädchenriege besteht nun aus US, MS und OS 
  • 2002 Gründung einer Aerobic-Riege für Mädchen ab der 4. Klasse durch Brigitte Meier und Angela Mäder
  • 2010 Zusammenschluss der Jugi (Knaben) und der Mädchenriege zum Jugi-Mix